Merle Haverkamp

Psychotherapie, Sexual- und Beziehungsberatung 
 

Hochsensibel - was bedeutet das?

Hochsensible Menschen machen etwa 15-20% der Bevölkerung aus. Ihre Wahrnehmung ist ausgeprägter. Hochsensible nehmen emotionale und "energetische" Aspekte deutlich mehr wahr. Oft denken sie "mehrdimensional" und fühlen sich verbundener mit allem, was sie umgibt. Sie sind deutlich empfindsamer, was manche Menschen mit anderer Wahrnehmung zu Äußerungen wie "Sei doch nicht so empfindlich!" verlockt. Aber Hochsensible sagen ja auch nicht "Sei doch nicht so wahrnehmungsflach!". Keiner aus den beiden Gruppen kann etwas für seine Veranlagung. Aber beide haben Verantwortung dafür, wie sie damit und mit anderen umgehen. Hochsensible sind weder bessere noch schlechtere Menschen. Nur "anders" als andere.     

Hochsensitive Personen haben mit allen oder einzelnen Sinnen sehr viel stärkere und feinere Wahrnehmung: spüren, schmecken, riechen, sehen, hören oder Gleichgewichtsänderungen des Körpers.  Hochsensible nehmen emotionale und "energetische" Aspekte deutlich mehr wahr. Viele sind beides, aber manche auch nur hochsensitiv oder hochsensibel. Andere sind auch dazu noch "hochbegabt" bei klassischen IQ-Tests. Jedenfalls sind alle Hochsensiblen "wahrnehmungs-hochbegabt".  

Obwohl die Achtsamkeit auf die Umgebung durch Training oder auch bei Traumata als Schutzfunktion verstärkt werden, ist die grundsätzliche Reizverarbeitung und Sinneswahrnehmung schon vor der Geburt angelegt. Hochsensibilität ist keine Krankheit, darum gibt es dafür auch keine Diagnose. Wenn Hochsensibilität nicht verstanden wird, kann es zu einer Reihe Probleme kommen, auch zu psychischen Problemen oder allgemeiner Überforderung bis zur Erschöpfung. Das muss aber nicht sein. Es gibt verschiedene wissenschaftliche Studien zu dem Thema und es besteht Hoffnung, dass die vielen Aspekte sich zukünftig gut in einem Modell erklären lassen. Bis dahin sehe ich persönlich viele Gemeinsamkeiten, aber auch sehr individuelle Ausprägungen bei hochsensiblen Personen (HSP). Wichtig ist, dass jeder SEINEN Weg findet mit der Hochsensibilität gut umzugehen.  

Mir ist es ein großes Anliegen anderen HSP-lern dabei zu helfen mit ihren Begabungen und Schwächen einen guten Weg im Leben zu finden. Der Weg mit meiner eigenen Hochsensibilität hatte einige Höhen und Tiefen und in den mehr als 15 Jahren, die ich jetzt andere therapeutisch begleite, habe ich so ziemliche alle Facetten und Kombinationen kennengelernt.  Das ermöglicht mir zielgenaue, empathische Begleitung meiner Klienten und erspart diesen weitere frustrierende Erfahrungen mit Menschen, die ihre besondere Art der Wahrnehmung und des Denkens nicht verstehen und somit nicht gut unterstützen können. Leider haben viele schon einen langen Leidensweg hinter sich, bis sie in meine Praxis kommen.  Meine Vision ist, dass kein Kind, kein Jugendlicher und kein Erwachsener mehr unter unverstandener Hochsensibilität leiden muss in einer Welt, die leider viel emotionale und logische Inkongruenz und allgemeines Gegeneinander statt Miteinander noch auf der Tagesordnung hat.   




 
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